Kribbeln im Bauch - Gut verdrängt ist halb vergessen

Alles nur wegen ihrer Höhenangst. Deshalb trank sie auf der Berghütte zu viel Alkohol, deshalb erinnert sie sich nicht an die Nacht … und deshalb ist sie jetzt schwanger! Dabei hatte Max Benthin, der nette Typ aus der Wandergruppe, geschworen, es wäre nichts passiert. Wutentbrannt macht Fenna dem Münchener Unternehmer vor versammeltem Aufsichtsrat eine peinliche Szene – er war sowieso zu charmant, um echt zu sein – dann läuft sie davon. Doch Max weiß, was er will, nämlich genau diesen kratzbürstigen Sturkopf. Er spürt sie in einem abgelegenen Fischerdorf auf und muss es mit einer nach wie vor wütenden Schwangeren, kauzigen Küstenbewohnern und einem Kontrahenten aufnehmen. Dabei wird seine bayerische Gelassenheit auf eine äußerst harte Probe gestellt.

 

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Das Taschenbuch ist Ende August erhältlich.

Leseprobe 

Das Buch:

Weit weglaufen und schnell vergessen, Fenna Timpke löst Probleme auf ihre eigene, nicht unbedingt erwachsene Art. Niemand in dem Fischerdorf Dammsiel ahnt, dass die junge Studentin, die wie eine streunende Katze plötzlich aufgetaucht ist, vor einer ungewollten Schwangerschaft und dem dazugehörigen Kindsvater Max davongelaufen ist. In den hatte sie sich zwar verliebt, aber sie über die feuchtfröhliche Nacht auf der Berghütte anzulügen, war ein unverzeihlicher Fehler. Mit unbeschwerter Fröhlichkeit krempelt sie das Leben der Dorfbewohner um, ihr eigenes »zunehmendes« Problem ignoriert sie aber konsequent. Doch sie hat die Rechnung ohne den besorgten Max gemacht, der sie schließlich aufspürt. Mit Händen und Füßen wehrt sie sich gegen seine Bemühungen, sie zur Vernunft zu bringen. Erst, als er die Nase voll hat, Kindermädchen zu spielen, erkennt Fenna, dass sie vor der Realität nicht davonlaufen kann.

 
Textschnipsel Kribbeln im Bauch - Gut verdrängt ist halb vergessen

„Dann würde ich jetzt gern bestellen.“ Max zwinkerte mir zu. „Was kannst du ... können Sie mir denn empfehlen?“
Einmal Zyanidragout mit Blausäurenudeln und Strychninkompott, dachte ich und stellte ihn mir als Leiche vor. Eine nette Leiche würde er abgeben, vielleicht würde ich sogar zu seiner Beerdigung gehen. „Wenn Sie etwas typisch Regionales wollen, dann würde ich Ihnen eine große Portion Labskaus empfehlen.“
„Labskaus, was ist das?“
„Eine einheimische Spezialität. Ein Seemannsgericht.“
„Und aus was besteht es?“
„Aus vielen, vielen Köstlichkeiten.“
„Also, wenn Sie mir das empfehlen.“
„Ich würde dafür sterben.“
Jetzt blickte er etwas zögernd, vielleicht hatte ich zu dick aufgetragen. „Gut, dann nehme ich es. Danke.“
(...)
Max sah mir lächelnd entgegen. Ich knallte ihm den Teller vor die Nase. „Einmal Labskaus, wohl bekomm’s!“ Egon hatte zwar noch versucht, mit drei kleinen Gurken und zwei Spiegeleiern etwas Ästhetik zu zaubern, aber das Essen sah trotzdem aus wie ausgekotzt. Allerdings wie hübsch dekoriertes Ausgekotztes. Schadenfroh sah ich zu, wie Max argwöhnisch den Teller drehte und sich schließlich vorsichtig eine Gabelspitze des Breis in den Mund schob. Er schluckte, dann sah er zu mir herüber. Ich hielt seinem Blick stand.
 
Er folgte mir bis in die Küche, und nun wurde mir doch ein wenig mulmig. „Kaffee?“ Ich zeigte auf den Rest der vor sich hinziehenden braunen Brühe. „Der beruhigt.“
„Also gut“, sagte er müde. „Morgen fliege ich zurück nach München.“
„Sehr gute Entscheidung. Ich werde dich echt nicht vermissen.“
„Du benimmst dich kindisch.“ Er nahm einen Becher aus dem Schrank und goss sich Kaffee ein. Sollte er mich doch kindisch finden. Mir egal, Hauptsache, er verschwand endlich. „Ich will nicht, dass du hier allein bleibst. Du nimmst weder auf dich noch auf die Schwangerschaft Rücksicht. Im Gegenteil, du legst es ja geradezu darauf an, dass was schiefgeht. Wenn du wieder Wehen bekommst, bist du ganz allein und niemand kann dir helfen.“
Ich rollte mit den Augen.
„Ich mache dir jetzt drei Vorschläge, du kannst wählen, was dir lieber ist.“ Während er die heiße Flüssigkeit in langsamen Schlucken trank, ließ er mich nicht aus den Augen. „Ich nehme dich mit nach München, dann bist du in meiner und Arnes Nähe. Die Lösung wäre mir am liebsten.“
Der kam vielleicht auf Gedanken. „Vergiss es.“
„Ich kann dich auch zurück ins Krankenhaus bringen.“
Ich lachte auf. „Da bekommen mich keine zehn Pferde mehr hin.“
„Wie du willst. Dann fahre ich dich zu deinen Eltern.“ Mir blieb das Lachen im Hals stecken. Er stellte den Becher in die Spüle. „Es ist mein Ernst, Fenna.“
Mir war auf einmal ganz schlecht. „Wenn du meinen Eltern was sagst, dann siehst du mich nie wieder. Dann verschwinde ich und dann wirst du mich nicht finden, das schwöre ich.“