Gar keine gute Idee, findet Desiree Schnakenberg, dass ausgerechnet sie von ihrem Arbeitgeber, einem Versicherungsunternehmen, beauftragt wird, mit Benedikt Graewe das verschwundene Bild „Hand aufs Herz“ zu suchen. In ihren Augen ist der Anwalt der weltgrößte Mistkerl, ein Snob und manchmal auch ein Tyrann. Bedauerlicherweise ein attraktiver Tyrann. Doch weder ein vornehmes Auftreten noch ein schicker Hintern machen einen guten Detektiven aus, weshalb Desiree den Job in die Hand nimmt. Schon bald stoßen die  streitenden Hobbyschnüffler auf ein viel größeres Geheimnisse als nur einen Bilderraub. Die Lösung des Rätsels, das der  Maler in dem Bild versteckt hat, wirft die resolute Desiree aus der Bahn. Was sie jetzt braucht, ist ein mutiger Mann an ihrer Seite. Da stünde Benedikt zur Auswahl, aber ob der sich für sie die Hände schmutzig macht?

 

 

 

 

Innenklappentext

Das berühmte Bild Hand aufs Herz wurde aus dem Nachlass der alten Frau Bianek gestohlen. Die Versicherung schickt Benedikt Graewe auf die Suche, und da ihm wieder einmal der Führerschein abgenommen wurde, muss seine Kollegin Desiree Schnakenberg als Chauffeur herhalten. Beide sind alles andere als begeistert von dem Auftrag. Der Anwalt hält seine Büroangestellte für einen herrischen Dorftrampel, sie ihn für einen eingebildeten Schwächling. In Frieslingen, einem verschlafenen Dorf in der norddeutschen Heide, schliddern die Streithähne auf ihrer Suche von einer überraschenden Entwicklung zur nächsten, und während Stadtmensch Graewe allmählich vor den Dörflern – und der durchgreifenden Art - Desirees kapituliert, bewegt sie sich auf vertrautem Terrain. Denn, wie sich herausstellt, hängt ihre eigene Geschichte mit dem Verschwinden des Bildes zusammen. Was als spritzige Landpartie beginnt, entwickelt sich für Desiree zunehmend zur gefährlichen Identitätssuche. Im gleichen Maße, wie sich die zwei Hobbydetektive näher kommen, wächst auch das Misstrauen gegeneinander.

Buchzitate

»Wenn wir erwischt werden, sagen wir, dass wir Schreie gehört haben.«

Ich nickte. »Jemand hat laut nach uns gerufen.«

»Nein. Einfach nur Schreie.«

»Von einer verzweifelten Frau.«

»Noch ein Wort, und wir hören gleich Hilfeschreie einer verzweifelten Frau.« Er zog seinen triefend nassen Mantel aus und gab ihn mir. Unschlüssig betrachtete er das Fenster.

»Am besten, Sie gehen mit den Beinen zuerst«, schlug ich vor.

»Halten Sie den Mund.« Er drehte und wendete sich, um die richtige Position zu finden. »Was soll´s, die Hose ist sowieso hin.«

»Warten Sie!« Ich nahm den Trenchcoat und warf ihn, bevor er mich davon abhalten konnte, vor ihn in den Modder.

Sein fassungsloser Blick ging vom Mantel zu mir. Er schnappte nach Luft. »Sind Sie total bescheuert?«, brüllte er. »Jetzt haben Sie auch noch meinen Mantel ruiniert!« 

»Ich wollte doch nur Ihre Hose schonen.«

 

Ich betrachtete den Draht, womöglich war da Strom drauf. »Na, rüberklettern. Kommen Sie, ich helfe Ihnen.« Ich schob ihn vor.

Graewe war wirklich ein Stadtmensch. Bedenkenlos fasste er den dünnen Draht an - zuckte zurück und stieß einen überraschten Schrei aus. »Scheiße!« Er keuchte. »Was war das?«

»Strom.«

Selbst im Dunklen konnte ich sehen, wie er wütend die Augen zusammenkniff. »Sie lassen mich einen unter Strom stehenden Zaun anfassen? Sie … Sie!« Ich trat einen Schritt zurück. »Sie bösartige, gemeine Hexe.«

»Nun werden Sie bitte nicht beleidigend. Ich wusste es nicht. Ehrlich.«

»Hören Sie auf, zu lachen.«

»Ich lache nicht. Ich habe Regen in den Augen, das brennt.«

»Ich schwöre Ihnen, wenn wir wieder in der Firma sind, werden Sie leiden.« 

»Oje, das wären ja ganz neue Sitten.«

 

Ich sah nach vorn auf die Hinterköpfe der Bianeks. Keiner sprach ein Wort, alle blickten starr auf den Sarg. »Was denkst du, wer war es?«

»Woher soll ich das wissen? Ich habe die noch nie gesehen.«

»Aber so vom Gefühl.«

Er warf mir einen kurzen Blick zu. »Was soll das bringen?«

»Ich finde diese Marianne verdächtig. Man sagt, sie wäre kriminell.«

»Man?«

»Die Leute.«

»Vernünftige Leute oder diese hier?«

»Diese Leute besitzen oft eine Menge Intuition.«

»Weil sie so viel an der frischen Luft sind?« 

»Mann, kannst du blasiert sein.«