"Diese eine Liebe - Wellentänzer" 

Die Fahrt als Trainee auf der Polyantha soll Elisas großes Abenteuer werden. Was wäre besser geeignet als die Karibik mit türkisblauem Wasser, Reggae und viel Rum? Um die Besatzung für sich einzunehmen, geht Elisa mit deutscher Gründlichkeit an ihre Aufgaben – und mit ebendieser tappt sie in jedes Missgeschick. Trotzdem gewinnt sie viele Sympathien, bis auf die des Kapitäns. Dass Sean Fleming eine Ladung Spülwasser abbekommt, ein Mast zerbricht und sie die Konkurrenz bei der Regatta ausschaltet, was ihn fast disqualifiziert, kann er noch ertragen. Sogar, als sie an einem Asthmaanfall zu ersticken droht, handelt er besonnen.
Küssen ist eine überraschend wirksame Therapie. Was er jedoch nicht tolerieren kann, ist Elisas Flirten mit seinem größten Konkurrenten.

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Eine XXL Leseprobe steht kostenfrei hier zur Verfügung (Quelle: Bookshouse, Autorin Annette Schmitz, Leseprobe: Diese eine Liebe - Wellentänzer)

 

Die Entstehung dieses Romans, mit all seinen Details zum Segeln, habe ich den zahlreichen Berichten von Trainees zu verdanken. Besonders deren Erlebnisse auf der Alexander von Humboldt und der Roald Amundsen haben mir sehr geholfen. Die Ausflüge auf den Karibikinseln St. Lucia, Bequia und Grenada orientieren sich ebenfalls an Erzählungen von Trainees.

 


Impressionen mit Textausschnitten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn ich gewusst hätte, was mich auf der Polyantha erwartete, wäre ich dann trotzdem auf das Schiff gekommen? Ich dachte an den besonderen Moment, in dem ich zum ersten Mal gespürt hatte, wie die Polly fast geräuschlos, nur durch die Kraft des Windes, durchs Wasser glitt, und an das seltsam vertraute Gefühl, als ich zum ersten Mal das Schiff betreten hatte. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als ich meinen ersten Schritt auf das Holzdeck der Polyantha machte, streifte ein Luftzug meinen Arm. Es kam mir vor, als hätte mich etwas berührt, etwas nach mir gegriffen. Auf Martinique war es ungewohnt warm und schwül, ich war noch viel zu dick angezogen, eigentlich gab es keinen Grund für meine Gänsehaut. Ich stellte meinen Rucksack ab und schlang fröstelnd die Arme um mich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber am meisten beeindruckten mich die unzähligen, scheinbar wahllos verlaufenden Seile. Es schienen an die hundert oder noch mehr zu sein. Sie kamen von überallher, hingen herum und waren an irgendwelchen Halterungen, die wie Kegel aussahen, festgemacht. Unfassbar, dass die jemand auseinanderhalten konnte. Das Chaos wurde durch steil in die Höhe gehende Treppen aus Seilen komplett gemacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich entschied, zwischen den Wachwechseln allein nach oben zu klettern. Ich wusste, das war verboten und auch, dass ich Ärger bekommen würde, aber etwas hatte mich gepackt. Etwas, das viel stärker als meine Angst vor den Folgen meiner Aktion war. Ich war besessen davon, nach oben zu klettern, das letzte Geheimnis der Polyantha zu erkunden, und ich fühlte mich so stark wie noch nie in meinem Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich befand mich inmitten eines tosenden Infernos, noch um einiges schlimmer als vor wenigen Minuten. Die See schien zu kochen, die Polyantha warf sich gegen hohe Wellen, stürzte tief hinunter, wurde überspült und zur Seite geworfen. Wir waren der Spielball eines Meeres, das uns nicht wohlgesonnen zu sein schien.

Niemand war zu sehen.Wo waren denn alle? Bereits über Bord?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die unsichtbare Ziellinie kam näher und näher, noch drei Minuten bis zum Start, noch zwei. Ich hatte schon das Gefühl, wir wären drüber. Endlich kam das erlösende Signal zum Start. Keine zehn Sekunden später schoss die Polly einige Bootslängen vor der Luna über die Linie. Das Rennen hatte begonnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fleming übernahm das Ruder und blickte auf das dunkle Schiff vor sich. »Wollen mal sehen, ob wir die Polly nicht etwas ruhiger bekommen.« Ich betrachtete seine große Gestalt. Er war kaltherzig und arrogant, aber – nichts gegen Henry – ich fand es irgendwie beruhigend, dass er jetzt die Polyantha steuerte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fleming trat näher an die Reling. Der Mond spendete nur schwaches Licht, das Meer war schwarz, trotzdem schien er etwas erkannt zu haben. Einen Schatten? Was war da im Wasser?

»Wale.« Flemings Stimme war leise.

Ich suchte die glatte Oberfläche ab. »Ich kann nichts sehen.« Wir hörten ein lautes Zischen.

»Sie sind ganz nah.«

»Wo?« Verzweifelt strengte ich meine Augen an. Da war nichts. Fleming zog mich zu sich und deutete ein paar Meter weit aufs Meer. Ich sah nur dunkles Wasser, ein bisschen glitzerte das Mondlicht darauf, mehr nicht.

»Sie tauchen. Warte.«

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich wagte nicht, mich umzusehen. Doch es war kein Hai, es war schlimmer. Der nasse, dunkle Kopf und der Rest des Schwimmers gehörten Fleming. Mühelos holte er mich ein. »Das war ja klar!« Er hörte sich wütend an. »Sag mal ehrlich, macht es dir Spaß, mich zu ärgern?«

»Ich weiß nicht, was ich jetzt wieder verbrochen habe.« Ich versuchte, etwas weniger zu keuchen.

»Wirklich nicht?«, rief er ungehalten und umkreiste mich. Seine hellen Augen funkelten mich böse an. Ich versuchte, mich aufs Schwimmen zu konzentrieren. »Schon mal davon gehört, dass man nicht mit vollem Magen, in der größten Hitze, allein und ohne jemanden zu informieren, ins Wasser geht? Noch dazu, wenn man Asthma hat und kaum schwimmen kann. Wie alt bist du, sechs?«


Bilder u.a. von Pixabay.

Als Vorbild für die Polyantha hat die Gorch Fock gestanden.